Dr. Nady
Mirian
About
Als Tochter iranischer Eltern, geboren und aufgewachsen in Deutschland, haben mich die Exilerfahrungen meiner Familie früh geprägt. Sie weckten mein Interesse an Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit und Identität – und daran, wie persönliche Lebensgeschichten und gesellschaftliche Bedingungen miteinander verwoben sind. Besonders beschäftigt mich, wie Menschen mit Erfahrungen leben, über die oft geschwiegen wird.
Ich habe an verschiedenen Orten gelebt und gearbeitet, unter anderem in Los Angeles und Paris. Das Leben in unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten hat meinen Blick auf Fragen von Zugehörigkeit, Identität und Lebensentwürfen erweitert und mich darin bestärkt, Erfahrungen immer auch in ihrem jeweiligen sozialen und kulturellen Kontext zu betrachten.
An der Universität zu Köln war ich über viele Jahre wissenschaftlich tätig und habe dort promoviert. Die wissenschaftliche Arbeit hat meinen Blick auf psychologische und gesellschaftliche Zusammenhänge geprägt und bildet bis heute eine wichtige Grundlage meiner Arbeit.
Heute arbeite ich als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Autorin in Berlin. In meiner therapeutischen Arbeit beschäftige ich mich mit den Zusammenhängen zwischen individuellen Lebensgeschichten, familiären Prägungen und gesellschaftlichen Erwartungen. Therapie verstehe ich als einen Ort, an dem Gefühle, Beziehungsmuster und Erfahrungen besser verstanden werden können – nicht isoliert, sondern im Kontext der Beziehungen und Lebenswelten, in denen sie entstehen.
In meinen Büchern widme ich mich Gefühlen und Erfahrungen, die häufig verdrängt, tabuisiert oder missverstanden werden. Mich interessiert, wie sehr gerade das Unausgesprochene unser Leben prägen kann. Leid, Scham, Vulnerabilität oder das Gefühl, nicht dazuzugehören, bleiben selten folgenlos – auch dann nicht, wenn sie keinen Ausdruck finden.
Kunst begleitet mich seit meiner Kindheit. Besonders die analoge Fotografie ist für mich seit vielen Jahren eine Form der Auseinandersetzung mit Erinnerung, Identität und den Spuren, die Erfahrungen in unserem Leben hinterlassen.
Therapie
Ich begleite Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien in herausfordernden Lebenssituationen und bei psychischen Belastungen. Therapien biete ich auf Deutsch, Englisch und Farsi an.
Therapie verstehe ich als einen geschützten Ort, an dem Gedanken, Gefühle und Erfahrungen ihren Platz haben dürfen. Gemeinsam entwickeln wir ein Verständnis für Ihr Erleben, Ihre Belastungen und die Muster, die sich im Laufe des Lebens entwickelt haben. Auf dieser Grundlage erarbeiten wir individuelle Wege, Veränderungen nachhaltig zu gestalten.
Die Behandlung erfolgt auf Grundlage der Verhaltenstherapie und wird – je nach individuellem Anliegen – durch EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), eine wissenschaftlich fundierte Methode zur Verarbeitung belastender und traumatischer Erfahrungen, sowie achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Verfahren der dritten Welle der Verhaltenstherapie ergänzt.
Eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung bildet die Grundlage meiner Arbeit. Geprägt durch klinische, wissenschaftliche und internationale Erfahrungen betrachte ich psychische Belastungen stets im Zusammenhang mit der individuellen Lebensgeschichte, den Beziehungen und den jeweiligen Lebensumständen.
Termin buchen
Behandlungsschwerpunkte
- Angststörungen
- Belastende Lebensereignisse, Krisen sowie Tod und Trauer
- Burnout und Erschöpfungszustände
- Depressionen und bipolare Störungen
- Essstörungen
- Psychische Folgen von Mobbing und Cybermobbing
- Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen und Beziehungen
- Selbstwertprobleme
- Suchterkrankungen
- Traumafolgestörungen und PTBS
- Zwangsstörungen
Angebote
- Einzeltherapie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
- Elternberatung und Elternbegleitung
- Krisenintervention
- EMDR-Therapie
- Unterstützung bei Mobbing und Cybermobbing
Kosten
Ich führe eine Privatpraxis. Mein Behandlungsangebot richtet sich an Privatpatient*innen und Selbstzahler*innen.
Die Kosten für das Erstgespräch, die probatorischen Sitzungen sowie die weiteren psychotherapeutischen Sitzungen richten sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeut*innen (GOP).
Vorbereitung auf das Erstgespräch
Wenn Sie einen Termin über Doctolib vereinbaren, bitte ich Sie, den Anamnesebogen sowie den Therapievertrag herunterzuladen, auszufüllen und zum Erstgespräch mitzubringen. Dies ermöglicht einen reibungslosen Ablauf und gibt uns mehr Zeit für Ihr persönliches Anliegen.
Vorträge
Upcoming
2026
Vortrag: Warum Cybermobbing weh tut
15. Westfälische Kulturkonferenz, 13. November 2026 | Rheinland
Vortrag: Nicht neutral, sondern hoffnungsvoll! Wie wir in Krisenzeiten handlungsfähig und zuversichtlich bleiben können
Interdisziplinäres Zentrum für Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung e. V. (IZRD) – Fachvortragsreihe, 18. November 2026, 16:00–18:00 Uhr
Vortrag: Radikalisierung bei Jugendlichen – zwischen Zugehörigkeit, Ausgrenzung und therapeutischen Möglichkeiten
Vortrag: Mobbing im Wandel – Psychotherapeutische Arbeit im Spannungsfeld analoger und digitaler Lebenswelten
Interdisziplinäres Zentrum für Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung e. V. (IZRD), 2. Dezember 2026, 14:00–18:00 Uhr
Workshop: Radikalisierung bei Jugendlichen und der Umgang damit in der Therapie
2027
Praxis Stitz – Webinar, 24. Februar 2027
Vortrag: Wenn das Netz zum Pranger wird – Cybermobbing und die Psychologie der Ausgrenzung
Deutsche Psychologen Akademie, 10. März 2027
Vortrag: Cybermobbing – Die Macht sozialer Medien auf die Psyche
Deutsche Psychologen Akademie, 20. April 2027
Vortrag: Wie Krisen stärken – über die eigene Vulnerabilität Widerstandsfähigkeit aufbauen
Kunst
Projects 2023–2026
Love Letters (2023)
Unwritten (2024)
Unwritten (2025)
Touching (2026)
Exhibitions
Art Biesenthal 2026 – TOOL OF TOOLS
Inspiriert von der Hand als zugleich körperlichem und psychischem Werkzeug erkundet Mirians Arbeit, wie Hände berühren, erschaffen, kommunizieren und verbinden. Sie können trösten und halten, aber auch verletzen und zerstören. Und sie können selbst zu Instrumenten werden – Rhythmus formen und Gefühl in Musik übersetzen. Ausgehend von Aristoteles’ Gedanken der Hand als „tool of tools“ versteht sie die Hand als eine Form, in der Emotion, Erfahrung und menschliche Verbindung sichtbar werden.
Presse
Ich bin regelmäßig als Expertin in den Medien u.a. WDR, Arte, NZZ vertreten und äußere mich zu gesellschaftlich relevanten Themen rund um psychische Gesundheit. Dazu gehören unter anderem der Umgang mit Schmerzerfahrungen, psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, Mobbing und Cybermobbing sowie der gesellschaftliche Umgang mit psychischen Belastungen.
Aktuell
Medien
Leid – Die emotionalen Wellen des Lebens
Warum schwere Lebensphasen dazugehören und uns sogar wachsen lassen
Jetzt bestellen
단단히, 휩쓸리지 않고 살아간다는 것
Die koreanische Ausgabe von „Leid – Die emotionalen Wellen des Lebens“
Jetzt bestellen
Zwischen Vulnerabilität und Resilienz
Bis heute erfolgt an deutschen Schulen eine Tabuisierung vieler gesellschaftsrelevanter Themen, wie bspw. der Transgeschlechtlichkeit. Der vorliegende Beitrag möchte einen Akzent setzen, indem im Rahmen eines Interviews mit einem jugendlichen Transmann, Einblicke in die Risiko- und Schutzfaktoren im Umgang mit der eigenen Transgeschlechtlichkeit gegeben werden. Ziel ist es an diesem Anschauungsbeispiel zu verdeutlichen, welche Faktoren für die Erreichung einer Wahrnehmungssensibilität bei Lehrer*innen im Kontakt zu transgeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen wichtig sind: Resilienzförderung durch positive Beziehungen.
Mobbing und Inklusion
Die Themen Mobbing und Inklusion rücken zunehmend in den Fokus gesellschaftlicher Debatten und der medialen Berichterstattung. Während beide Phänomene jedoch in der Forschungsliteratur unabhängig voneinander diskutiert werden, untersucht Nady Mirian eine mögliche Abhängigkeit zwischen Mobbing und Inklusion. Hierfür wurde eine Stichprobenerhebung von 215 Schüler/-innen an einer inklusiven und einer nicht-inklusiven Schule in NRW durchgeführt. Die Autorin erörtert darüber hinaus konstruktivistische Lösungsansätze gegen Mobbing an Schulen und distanziert sich von festen Zuschreibungen wie Mobbingopfer und Mobbingtäter.